H albseitige Gesichtslähmungen können auf einer Entzündung beruhen, die unter anderem durch einen dauerhaften kalten Lufthauch oder eine Infektion mit Viren oder Bakterien ausgelöst wurde. Darauf weist Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) hin. Er rät, die Beschwerden in jedem Fall von einem Arzt abklären zu lassen – eben weil dahinter auch ein Schlaganfall oder zum Beispiel ein Tumor stecken kann.
Eine Fazialislähmung ist in der Regel ungefährlich. Sie verschwindet meist von allein. Hoher Blutdruck und Diabetes scheinen das Phänomen ebenso wie massiver Stress zu begünstigen. Größtenteils lässt sich laut Bergmann aber keine Ursache ermitteln.
Vermutlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle dabei, dass es zu einer Entzündung und damit verbunden zu Schwellungen kommt, die dann auf den Gesichtsnerv (Nervus facialis) drücken. Das führt manchmal auch dazu, dass ein Auge stark tränt, das Hören auf einem Ohr verändert oder der Geschmackssinn beeinträchtigt ist. Es kann einige Stunden oder bis zu zwei Tage dauern, bis die Lähmung der Gesichtshälfte vollständig auftritt.
Problematisch ist, wenn der Patient sein Auge nicht schließen kann. Dann sollte er es regelmäßig befeuchten und mit einer Augenklappe oder Brille schützen. Steckt eine Infektion hinter der Lähmung, können entweder Virostatika oder Antibiotika verordnet werden.
Um die Beschwerden aufgrund der beeinträchtigten Mimik zu lindern, ist der Einsatz von Kortison oder Schmerzmitteln möglich. Betroffen sind vor allem Menschen im mittleren Alter, auf 100.000 Menschen kommen nach Angaben des BVDN im Durchschnitt 20 bis 25 Erkrankungen im Jahr.
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